23. März 2026

Bildungsbericht 2026: Impulse für MINT-Förderung

Die MINT-Bildung steht im Zentrum aktueller bildungspolitischer Diskussionen – auch im Bildungsbericht Schweiz 2026. Für Lehrpersonen liefert der Bericht wichtige Hinweise darauf, wie früh Interessen entstehen, welche Rolle Schule bei der Förderung spielt und wo weiterhin Herausforderungen bestehen. Insbesondere Fragen der Chancengerechtigkeit, der Motivation und der Integration digitaler Kompetenzen rücken dabei in den Fokus.

Der Bildungsbericht 2026 bestätigt zentrale Befunde zur MINT-Bildung des letzten Berichts, setzt jedoch neue Akzente, die für Lehrpersonen besonders relevant sind. Deutlich wird: Die Bedeutung von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik ist unbestritten – gleichzeitig rückt die Qualität des Unterrichts stärker in den Fokus. So zeigt der Bericht, dass die Leistungen in Mathematik und Naturwissenschaften «keine klaren Verbesserungen aufweisen» (S. 98) und teilweise sogar rückläufig sind. Damit verbunden ist eine zunehmende Leistungsstreuung, was den Umgang mit Heterogenität im Unterricht weiter an Bedeutung gewinnen lässt.

Ein zentrales Thema ist zudem die Chancengerechtigkeit. Der Bericht betont, dass der Bildungserfolg «nach wie vor stark mit der sozialen Herkunft verknüpft ist» (S. 45). Gerade im MINT-Bereich entstehen Unterschiede früh und bleiben über die Bildungsbiografie hinweg bestehen. Für Lehrpersonen bedeutet dies, dass MINT-Förderung immer auch gezielte Unterstützung und differenzierte Lerngelegenheiten umfasst – insbesondere für Lernende mit weniger günstigen Ausgangsbedingungen.

Gleichzeitig bleiben bekannte Herausforderungen bestehen: Geschlechterunterschiede zeigen sich weiterhin weniger in den Leistungen als vielmehr in den Bildungsentscheidungen. Mädchen und junge Frauen wählen seltener MINT-orientierte Wege, obwohl ihre Kompetenzen vergleichbar sind (S. 140-145). Der Bericht bestätigt damit, dass Interesse, Selbstkonzept und Unterrichtserfahrungen entscheidende Faktoren sind.

Neu gegenüber früheren Ausgaben ist die stärkere Verankerung digitaler Kompetenzen. Diese werden nicht mehr als Zusatzthema behandelt, sondern sind integraler Bestandteil schulischer Bildung. Der Bericht hält fest, dass digitale Technologien im Unterricht breit genutzt werden, deren Einsatz jedoch «in Intensität und Qualität variiert» (S. 112). Für Lehrpersonen bedeutet dies, MINT zunehmend auch als Verbindung von fachlichen Inhalten, digitalen Anwendungen und Problemlösekompetenzen zu verstehen.

Insgesamt zeigt der Bildungsbericht 2026: Die Herausforderungen der MINT-Bildung sind bekannt, doch ihre Bearbeitung wird dringlicher. Lehrpersonen kommt dabei eine Schlüsselrolle zu – sie fördern nicht nur Kompetenzen, sondern prägen Interessen, Selbstvertrauen und Bildungschancen ihrer Schülerinnen und Schüler entscheidend.

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  • Motivation durch aktives, entdeckendes Lernen
  • Chancengerechtigkeit & Mädchenförderung
  • digitale Kompetenzen als integraler Bestandteil
  • Problemlösen statt reines Faktenlernen

 

 

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